Joly raus!
Und für alle Statistikfreunde und Rosarotebrillenträger wie ich es schon immer war und sein werde, die den Trainer und die Kaderzusammenstellung mögen, vielleicht ein Ansatz der Erklärung, warum das subjektive Gefühl des "schlechter werdens" hier gerade so durchschlägt, obwohl Hoffnung in Sicht ist, da die Dreifach-Belastung sich dem Ende zuneigt.
1. Saisondrittel
- sehr erfolgreiche Vorbereitung
- 28.09. bis 20.11.2025 = 53 Tage
- zwischen den Spielen stets zwischen 2-4 Trainingseinheiten möglich dank des Spielplans
- Regeneration inklusive
- D-Cup-Pause inklusive
- 13 Spiele (8 Siege, 4 Niederlagen)
- Torverhältnis 36:26 (+10); im Schnitt 2,8 : 2,0 Tore
2. Saisondrittel
- Beginn der Dreifach-Belastung (Spiele am Fr, So UND Di/Mi)
- 21.11. - 06.01.2026 = 46 Tage
- insgesamt vll. 10-12 Trainingseinheiten möglich, Rest Regeneration
- 18 Spiele (12 Siege, 6 Niederlagen)
- Torverhältnis 59:43 (+16); im Schnitt 3,3 : 2,4
3. Saisondrittel
- Spielplan wieder normal
- 07.01. - 01.03.2026 = 53 Tage
- insgesamt 15 Spiele ausstehend bis Playoffs
- Playoff-Beginn am 08.03.2026
- mehr Möglichkeiten der Regeneration
- mehr Möglichkeiten normaler Trainingsbetrieb
Ja, die Disziplin ist ein Problem. Würde aber der Trainer bspw. den Top-Scorer beim Rückstand gegen Halle "benchen" oder gar morgen in Herne zu Hause lassen, kann ich erahnen, dass aus einer bestimmten Ecke wieder ein Aufschrei käme, wie man das machen könne. So sehr man sich populäre Maßnahmen wünscht, birgen sie auch immer eine Gefahr der Kehrseite, sollte man nicht erfolgreich spielen/performen. Am Ende ist der Trainer eh immer schuld.
Ich für meinen Teil bin auch nicht glücklich über die derzeitige Phase, aber so eine hatten auch Tilburg, die Wedemark, Halle oder Leipzig. Bei ersterem fröhnten nicht wenige, dass ein Danny Albrecht bei den Trappers nicht funktionieren würde und sie rechneten mit einem Rauswurf. Der derzeitige Erfolg hat das Gegenteil bewiesen. Ebenso das Festhalten bei unserem gestrigen Gegner. Angesichts des überschaubaren Saisonstarts wollten dort auch einige den Kopf rollen sehen, jetzt sind sie auf bestem Wege in die Top 5. In der Wedemark zog man die Reißleine und holte neben Rossi als neuen Trainer auch neues Spielermaterial - mit Erfolg. In Leipzig tauschte man den Trainer - ohne Erfolg. Für alles gibt es sein für und Wider.
Aber angesichts von bisher 65 Punkten aus 32 Spielen, was einem Punkteschnitt von 2,03 zur Folge hat, hier aufgrund der letzten Wochen gleich alles in Frage zu stellen (und darüber hinaus Eisfläche, Spieltaktiken, Einsatz, Spieler und Trainer zu kritisieren), scheint mir übertrieben. Vielleicht stünde dem einen oder anderen etwas mehr Geduld gut zu Gesicht. Vielleicht benötigt die Mannschaft auch einfach wieder etwas mehr Pause, strukturierte Trainings-, Regenerations- und Spielabläufe sowie der eine oder andere Spieler auch einfach mal eine Woche Pause, um die in der Saison erlittenen Wehwehchen und Verletzungen auszukurieren.
Statt aber die Saison auf Platz 3 stehend (4 Punkte hinter dem Tabellenführer mit einem Spiel weniger) so madig zu machen, würde ich mir von dem einen oder anderen wünschen - vielleicht auch als Neujahrsvorsatz - etwas demütiger und gelassener ins letzte Drittel der Meisterrunde zu gehen. Denn bei aller Kritik - die derzeit durchaus berechtigt ist - haben wir immernoch 11 Punkte Vorsprung auf Platz 4 und 16 Punkte Vorsprung auf Platz 5. Ich persönlich glaube an die Mannschaft und den Trainer, dass ihnen noch in diesem Monat wieder der Turnaround gelingt und auch das PP besser wird. Und wer weiß, vielleicht war so ein Spiel wie gestern auch mal wichtig, um sich im Anschluss die Meinung zu geigen und reinen Tisch zu machen, um danach wieder besser aufzutreten? Bei allem Respekt, aber etwas mehr Ruhe nach Niederlagen führt auch bei einem selbst zu mehr Gelassenheit (und etwaig Vorfreude auf das nächste Spiel, wo es schon wieder ganz anders aussehen kann).
PS: Das mit Joly war ein Witz. Ich finde er passt super zum Turm und ich bin selbst auch #teamjoly