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Das Stadion
Es liegt nicht in unserem Bereich zu entscheiden. Es wäre aber von Vorteil, uns Fans etwaig im Vorfeld mit einzubeziehen. Solange aber über unsere Köpfe hinweg Szenarien diskutiert werden, die uns Fans am Ende betreffen, solange wird es auch Zwischentöne und Kritik geben. Schließlich liest man seit ein paar Wochen von Veränderungen im „zweiten Wohnzimmer“. Da reichen die Träume von einer spartanischen Sanierung bis hin zur luxuriösen Wohlfühloase.

Nur wer den ganzen Bums finanzieren soll, das weiß keiner. Von daher mal abwarten, was da so diskutiert und entschieden wird. Die Machbarkeitsstudie des letzten Sommers konnte ja aufgrund zu wenig Personals bei Stadt nicht umgesetzt werden. Es würde mich wundern, würde dem nach der Kommunalwahl eine höhere Priorität eingeräumt werden.
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Das Thema Stadion polarisiert und wird im Kommunalwahlkampf von SPD und Grünen mit Sicherheit eine Rolle spielen. Dass damit gezielt Wählerstimmen angesprochen werden sollen, liegt auf der Hand. Trotzdem sollte man das sauber trennen: Der politische Wille zur Bereitstellung der Gelder ist bereits erkennbar und könnte theoretisch noch vor der Sommerpause im Rat beschlossen werden. Eine Wahl ändert daran zunächst wenig. Im Kern wird sich die Diskussion dann auf die Finanzierung des Baus reduzieren. Das Konzept selbst kann und sollte unabhängig davon mit entsprechender Finanzhilfe bereits erarbeitet werden.

Ein völlig anderer Punkt ist die Fläche beziehungsweise das Nachbargrundstück der Stadtförsterei. Hier fehlt die planungsrechtliche Grundlage komplett. Weder für die Stadionfläche noch für die Stadtförsterei existiert ein Bebauungsplan. Das bedeutet, die Stadt Hannover muss ein vollständiges Bebauungsplanverfahren durchführen. Allein dieser Schritt wird realistisch mindestens zwei Jahre dauern, bevor überhaupt Baurecht geschaffen ist.

Davon klar zu trennen ist das Thema Altlasten. Die Fläche wurde zwar in der Vergangenheit über Luftbilder betrachtet, eine tatsächliche Untersuchung hat jedoch nie stattgefunden und schon gar nicht im heutigen Standard. Das ist ein echtes Risiko. Bevor hier irgendetwas konkret wird, ist eine umfassende Sondierung zwingend erforderlich. Andernfalls läuft man sehenden Auges in massive Probleme.

Ein dritter, eigenständiger Themenblock ist das Dach. Die Herausforderung liegt nicht im Dach selbst, sondern in den Vorgaben für Stehplatztribünen. Die aktuelle Nordkurve mit 3,9 Metern Höhe ist dafür schlicht nicht ausreichend. Künftig reden wir eher über das Doppelte. Damit verändern sich Statik, Geometrie und die gesamte Konstruktion. Der Videowürfel verschärft das Problem zusätzlich. Laut Statiker ist dieser in der aktuellen Form nicht umsetzbar. Hier führt kein Weg an einer grundlegenden Anpassung vorbei.

Deutlich sinnvoller erscheint daher eine alternative Betrachtung im Bereich -0. Das Tieferlegen der Eisflächen und Tribünen würde mehrere Probleme gleichzeitig lösen. Verkehrsflächen könnten in die Bahnsperrzone verlagert werden, die Barrierefreiheit würde sich deutlich verbessern und auch eine funktionierende Dachlösung wäre realistischer. Parallel dazu sollte man die vorhandenen Denkmalbauten und Naturdenkmale auf dem Gelände der Stadtförsterei sinnvoll einbinden, etwa für Gastronomie oder Nebenfunktionen. Der Standort gibt das her, man muss es nur konsequent denken.

Unabhängig davon ist das Thema Nachwuchs und Infrastruktur separat zu betrachten. Hier bietet sich eine klare Chance am Maschsee, konkret auf den alten Tennisplätzen am Ferdinand Wilhelm Fricke Weg. Diese Flächen liegen seit Jahren brach. Eine Trainingshalle mit Kabinen für den Nachwuchs wäre dort ohne größere Nutzungskonflikte umsetzbar und hätte echten Leuchtturmcharakter. Das sollte man nicht mit dem Stadionprojekt vermischen, sondern gezielt als eigenen Baustein entwickeln.

Am Ende bleibt noch die Machbarkeitsstudie. Auch hier sollte man die Dinge beim Namen nennen. Das ist keine einfache Studie, sondern faktisch bereits eine Vorplanung mit entsprechender Abrechnung nach HOAI. Die Kosten dafür sind klar definiert. Vor diesem Hintergrund wirken 100.000 Euro bei der Projektgröße eher wie ein politisches Signal als eine realistische Kalkulation.
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(Vor 6 Stunden)Hochmut schrieb: Das Thema Stadion polarisiert und wird im Kommunalwahlkampf von SPD und Grünen mit Sicherheit eine Rolle spielen. Dass damit gezielt Wählerstimmen angesprochen werden sollen, liegt auf der Hand. Trotzdem sollte man das sauber trennen: Der politische Wille zur Bereitstellung der Gelder ist bereits erkennbar und könnte theoretisch noch vor der Sommerpause im Rat beschlossen werden. Eine Wahl ändert daran zunächst wenig. Im Kern wird sich die Diskussion dann auf die Finanzierung des Baus reduzieren. Das Konzept selbst kann und sollte unabhängig davon mit entsprechender Finanzhilfe bereits erarbeitet werden.

Ein völlig anderer Punkt ist die Fläche beziehungsweise das Nachbargrundstück der Stadtförsterei. Hier fehlt die planungsrechtliche Grundlage komplett. Weder für die Stadionfläche noch für die Stadtförsterei existiert ein Bebauungsplan. Das bedeutet, die Stadt Hannover muss ein vollständiges Bebauungsplanverfahren durchführen. Allein dieser Schritt wird realistisch mindestens zwei Jahre dauern, bevor überhaupt Baurecht geschaffen ist.

Davon klar zu trennen ist das Thema Altlasten. Die Fläche wurde zwar in der Vergangenheit über Luftbilder betrachtet, eine tatsächliche Untersuchung hat jedoch nie stattgefunden und schon gar nicht im heutigen Standard. Das ist ein echtes Risiko. Bevor hier irgendetwas konkret wird, ist eine umfassende Sondierung zwingend erforderlich. Andernfalls läuft man sehenden Auges in massive Probleme.

Ein dritter, eigenständiger Themenblock ist das Dach. Die Herausforderung liegt nicht im Dach selbst, sondern in den Vorgaben für Stehplatztribünen. Die aktuelle Nordkurve mit 3,9 Metern Höhe ist dafür schlicht nicht ausreichend. Künftig reden wir eher über das Doppelte. Damit verändern sich Statik, Geometrie und die gesamte Konstruktion. Der Videowürfel verschärft das Problem zusätzlich. Laut Statiker ist dieser in der aktuellen Form nicht umsetzbar. Hier führt kein Weg an einer grundlegenden Anpassung vorbei.

Deutlich sinnvoller erscheint daher eine alternative Betrachtung im Bereich -0. Das Tieferlegen der Eisflächen und Tribünen würde mehrere Probleme gleichzeitig lösen. Verkehrsflächen könnten in die Bahnsperrzone verlagert werden, die Barrierefreiheit würde sich deutlich verbessern und auch eine funktionierende Dachlösung wäre realistischer. Parallel dazu sollte man die vorhandenen Denkmalbauten und Naturdenkmale auf dem Gelände der Stadtförsterei sinnvoll einbinden, etwa für Gastronomie oder Nebenfunktionen. Der Standort gibt das her, man muss es nur konsequent denken.

Unabhängig davon ist das Thema Nachwuchs und Infrastruktur separat zu betrachten. Hier bietet sich eine klare Chance am Maschsee, konkret auf den alten Tennisplätzen am Ferdinand Wilhelm Fricke Weg. Diese Flächen liegen seit Jahren brach. Eine Trainingshalle mit Kabinen für den Nachwuchs wäre dort ohne größere Nutzungskonflikte umsetzbar und hätte echten Leuchtturmcharakter. Das sollte man nicht mit dem Stadionprojekt vermischen, sondern gezielt als eigenen Baustein entwickeln.

Am Ende bleibt noch die Machbarkeitsstudie. Auch hier sollte man die Dinge beim Namen nennen. Das ist keine einfache Studie, sondern faktisch bereits eine Vorplanung mit entsprechender Abrechnung nach HOAI. Die Kosten dafür sind klar definiert. Vor diesem Hintergrund wirken 100.000 Euro bei der Projektgröße eher wie ein politisches Signal als eine realistische Kalkulation.

Danke für die fundierten Infos. Da scheint jemand vom Fach zu sein. Applaudieren
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Då som nu för alltid!
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(Vor 6 Stunden)Hochmut schrieb: Das Thema Stadion polarisiert und wird im Kommunalwahlkampf von SPD und Grünen mit Sicherheit eine Rolle spielen. Dass damit gezielt Wählerstimmen angesprochen werden sollen, liegt auf der Hand. Trotzdem sollte man das sauber trennen: Der politische Wille zur Bereitstellung der Gelder ist bereits erkennbar und könnte theoretisch noch vor der Sommerpause im Rat beschlossen werden. Eine Wahl ändert daran zunächst wenig. Im Kern wird sich die Diskussion dann auf die Finanzierung des Baus reduzieren. Das Konzept selbst kann und sollte unabhängig davon mit entsprechender Finanzhilfe bereits erarbeitet werden.

Ein völlig anderer Punkt ist die Fläche beziehungsweise das Nachbargrundstück der Stadtförsterei. Hier fehlt die planungsrechtliche Grundlage komplett. Weder für die Stadionfläche noch für die Stadtförsterei existiert ein Bebauungsplan. Das bedeutet, die Stadt Hannover muss ein vollständiges Bebauungsplanverfahren durchführen. Allein dieser Schritt wird realistisch mindestens zwei Jahre dauern, bevor überhaupt Baurecht geschaffen ist.

Davon klar zu trennen ist das Thema Altlasten. Die Fläche wurde zwar in der Vergangenheit über Luftbilder betrachtet, eine tatsächliche Untersuchung hat jedoch nie stattgefunden und schon gar nicht im heutigen Standard. Das ist ein echtes Risiko. Bevor hier irgendetwas konkret wird, ist eine umfassende Sondierung zwingend erforderlich. Andernfalls läuft man sehenden Auges in massive Probleme.

Ein dritter, eigenständiger Themenblock ist das Dach. Die Herausforderung liegt nicht im Dach selbst, sondern in den Vorgaben für Stehplatztribünen. Die aktuelle Nordkurve mit 3,9 Metern Höhe ist dafür schlicht nicht ausreichend. Künftig reden wir eher über das Doppelte. Damit verändern sich Statik, Geometrie und die gesamte Konstruktion. Der Videowürfel verschärft das Problem zusätzlich. Laut Statiker ist dieser in der aktuellen Form nicht umsetzbar. Hier führt kein Weg an einer grundlegenden Anpassung vorbei.

Deutlich sinnvoller erscheint daher eine alternative Betrachtung im Bereich -0. Das Tieferlegen der Eisflächen und Tribünen würde mehrere Probleme gleichzeitig lösen. Verkehrsflächen könnten in die Bahnsperrzone verlagert werden, die Barrierefreiheit würde sich deutlich verbessern und auch eine funktionierende Dachlösung wäre realistischer. Parallel dazu sollte man die vorhandenen Denkmalbauten und Naturdenkmale auf dem Gelände der Stadtförsterei sinnvoll einbinden, etwa für Gastronomie oder Nebenfunktionen. Der Standort gibt das her, man muss es nur konsequent denken.

Unabhängig davon ist das Thema Nachwuchs und Infrastruktur separat zu betrachten. Hier bietet sich eine klare Chance am Maschsee, konkret auf den alten Tennisplätzen am Ferdinand Wilhelm Fricke Weg. Diese Flächen liegen seit Jahren brach. Eine Trainingshalle mit Kabinen für den Nachwuchs wäre dort ohne größere Nutzungskonflikte umsetzbar und hätte echten Leuchtturmcharakter. Das sollte man nicht mit dem Stadionprojekt vermischen, sondern gezielt als eigenen Baustein entwickeln.

Am Ende bleibt noch die Machbarkeitsstudie. Auch hier sollte man die Dinge beim Namen nennen. Das ist keine einfache Studie, sondern faktisch bereits eine Vorplanung mit entsprechender Abrechnung nach HOAI. Die Kosten dafür sind klar definiert. Vor diesem Hintergrund wirken 100.000 Euro bei der Projektgröße eher wie ein politisches Signal als eine realistische Kalkulation.

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Danke für die Einschätzung @Hochmut, sehr spannend!
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Ich träume ja davon, eine Trainingshalle auf einem Schulgelände zu bauen. Die sind nicht nur fast alle via ÖPNV angeschlossen und haben Parkplätze, da kommt neuer Nachwuchs frei Haus, weil dann auch die Schulen dort unterrichten könnten. Das wiederum könnte ein Anzapfen von ganz anderen Töpfen ermöglichen.
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