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Das Stadion
Ich war gestern selbst bei der Sitzung zum Thema Stadionneubau und dem SPD-Antrag anwesend. Auch nach einer Nacht Abstand muss ich sagen, dass mich einige Aussagen aus den politischen Reihen weiterhin mehr als erschrecken.

Interessant war zunächst die geringe Beteiligung aus der Bürgerschaft: Es waren tatsächlich nur zwei Zuschauer beziehungsweise Bürgerinnen und Bürger vor Ort. Eine „breite Masse“ war also definitiv nicht vertreten. Allerdings ist einigen Politikerinnen und Politikern durchaus aufgefallen, dass diese beiden Personen sehr aufmerksam zugehört und intensiv mitgeschrieben haben.

Die SPD stellte ihren Antrag ausführlich vor. Während der Sitzung erklärte die Verwaltung beziehungsweise die zuständige Dezernatsleitung noch einmal, dass die ursprüngliche Machbarkeitsstudie weiterhin bearbeitet wird. Diese sei zwar während der Diskussion um den SPD-Antrag pausiert worden, könne aber voraussichtlich Ende der Sommerferien oder im Herbst fertiggestellt werden. Gleichzeitig wurde betont, dass inzwischen bereits rund zwei Jahre Arbeit und Kraft in dieses Thema investiert worden seien.

Im weiteren Verlauf wurde die Verwaltung auch zur bisherigen Vorgehensweise rund um die Machbarkeitsstudie befragt. Dabei erklärte die Verwaltung, dass bisher vier Gespräche mit den beteiligten Parteien – also GmbH, e.V. und Stadionbetreiber – geführt worden seien. In diesen Gesprächen seien Aufgaben verteilt worden, auf deren Zuarbeit man bis heute teilweise noch warte.

Besonders bemerkenswert fand ich dabei die Aussage der Verwaltung, dass die bisherigen Fragestellungen eher „oberflächlich“ gewesen seien und man selbst personell beziehungsweise kapazitiv gar nicht die Möglichkeit habe, so tief in die gesamte Thematik einzusteigen.

Auf Nachfrage von Herrn Pieper wurde zudem konkret das statische Gutachten des Stadiondaches thematisiert. Dabei ging es unter anderem um die Frage, wie tief die Verwaltung überhaupt mit den technischen Gegebenheiten vertraut ist – insbesondere auch im Hinblick auf mögliche Umbauten wie das Absenken eines Videowürfels.

Die Antwort der Verwaltung darauf war aus meiner Sicht ernüchternd: Man wisse lediglich, dass ein statisches Gutachten existiere und das Dach aktuell als sicher gelte. Gleichzeitig könne man aber nicht sagen, wie die tatsächliche statische Substanz des Daches aussieht beziehungsweise welche Lasten dort überhaupt angebracht oder aufgehängt werden könnten.

Positiv hervorheben möchte ich ausdrücklich Herrn Pieper von der SPD. Er hat mehrfach darauf hingewiesen, dass am 28. Mai der Fan-Stammtisch stattfindet. Außerdem machte er deutlich, dass er es schade findet, dass einige Parteien das Thema zunehmend zu einer Wahlkampfangelegenheit machen. Gleichzeitig erinnerte er daran, dass genau diese Punkte beim Fan-Stammtisch sicherlich noch einmal kritisch hinterfragt werden.

Besonders hängen geblieben sind mir zwei Aussagen aus der Sitzung:

Zum einen Herr Cappelmann, der zuvor offenkundig erkennen ließ, dass er den Ideen eines Stadionneubaus grundsätzlich nicht abgeneigt ist – um dann im selben Atemzug für die gesamte CDU das Thema praktisch abzuräumen und sinngemäß zu erklären: „Machen wir nicht.“

Zum anderen die Grünen in Person von Herrn Mettell. Dort wurde sinngemäß erklärt, man wisse zwar durchaus, dass perspektivisch Handlungsbedarf bestehe, sehe aktuell aber keinen Anlass, in Hannover schnell tätig zu werden.

Ergänzend dazu blieb auch eine Aussage aus den Reihen der FDP im Gedächtnis. Der betreffende Vertreter, der wohl auch den Änderungsantrag mit formuliert hatte, erklärte sinngemäß, dass die Scorpions aktuell zwar nicht zwingend neu bauen müssten, für einen möglichen Neubau jedoch aus seiner Sicht nur das ehemalige Deurag-Nerag-Gelände in Misburg infrage käme. Begründet wurde dies vor allem mit der benötigten Flächengröße für ein solches Projekt.

Mein Eindruck nach dieser Sitzung ist leider, dass das Thema – mit Ausnahme der SPD – bei vielen Parteien zunehmend zu einem wahlkampftaktischen Thema wird. Dabei hätte man mit ernsthaften Verhandlungen und einer positiven Abstimmung über den gestrigen Antrag durchaus ein anderes Signal senden können.

Es bleibt spannend, wie es weitergeht – allerdings aktuell eher mit wenig Begeisterung.
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Danke für Berichterstattung aus der Sitzung !

Leider scheint sich auch dieses Mal nichts zu bewegen.

Wenn man die Verwaltung so hört wundert man sich nicht das es in Hannover an allen Ecken stockt.

Da fällt mir auch wieder Grieblers Antrag ein die beiden Verkaufsstände in der Nord nach hinten zuverlegen um oben Platz zu gewinnen.

Da kam glaub ich jahrelang nicht mal eine Antwort.

Nun denn, für ein paar Jahre schauen wir halt weiter Oberliga bis am Turm dann die Lichter ausgehen.
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seit 1985 am Turm zu Hause... Eishockey

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Hallo.
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht.
Ich habe auch nichts anderes erwartet.
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Was bleibt hängen?

Jeder weiß, dass der Pferdeturm irgendwann saniert/modernisiert/neugebaut werden muss. Aber wenn noch nicht einmal Geld/Kapazität/Wille da ist, eine dafür notwendige Studie zu finanzieren, fehlt mir der Glaube, dass wirklich Bewegung in die Sache kommt. Bleibt nur, dass man als e.V. und/oder GmbH unter Zuhilfenahme der eigenen Fangemeinde eigene Pläne und ein Finanzierungskonzept erstellt, auf das man sich irgendwie einigen kann. Und vielleicht irgendjemand findet, der Glaube, Mut und Wille hat, zu investieren.

Zumindest da hab ich Hoffnung, dass wir fähige Fans haben, die solche Pläne auch erstellen können. Glaub ich eher dran, als bei der Verwaltung. Bin gespannt auf den 28.5., wenn das FP zum Fan-Stammtisch bzgl. dieses Themas lädt. Im Buschfunk ist zu hören, dass da sehr engagiertes Personal mit dabei ist.
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Fazit: sich so schnell wie möglich mit einem Neubau über einen Investor unabhängig machen von Politik, Stadt und Verwaltung.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, dass der Turm in ganz ferner Zukunft vielleicht doch mal renoviert wird. Bis dahin bleibt er ein Totalschaden auf Raten und wir sollten uns schnellstmöglich anders orientieren.
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Ich hoffe möglichst viele kommen am 28.05! 

Vllt müssten die Indians Fans auch mal wieder ne Demo veranstalten!

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Persönlicher Pleite Counter: Nun schon 4
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Naja, man kann die Flinte nun ins Korn werfen oder weitermachen. 
Wer sich mit Verwaltung und Politik auskennt, weiß das dieses Projekt noch lange nicht tot ist. Es wird die Frage sein wie wichtig es der SPD ist und ob es dann nach den KommunalWahlen mit dem Koalitionspartner eine Einigung dazu geben kann. 
Ggf auch erst für den übernächsten Doppelhaushalt 28/29 bzw. 29/30 (bin mir grade nicht sicher), da der nächste Doppelhaushalt bereits vor den Wahlen beschlossen werden soll. 

Es sollte allen klar sein das solche politischen Prozesse nicht von heute auf morgen beschlossen werden. Es geht um Steuergelder, darum das in der Stadtkasse zu wenig ist um alles machen zu können und darum Mehrheiten und Kompromisse aushandeln zu wollen und zu können.  

Hierzu steht es ja auch jedem Fan frei seiner Partei, oder Mandatsträger, dem man die eigene Stimme geben möchte die Wichtigkeit mitzuteilen. 
Dies ist im Zweifel einfacher wenn Sprecher gibt die sagen können dass sie für 200 oder 1000 Anhänger sprechen.
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achja und zu guter letzt ist es natürlich auch wichtig, das die verantwortlichen Personen sich gut vernetzen, immer weiter machen und nicht aufgeben.
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Die Frage ist, ob man der Politik federführend vertrauen sollte. Oder ob man schon selbst als Club in Vorleistung geht und Kosten für eigene Wünsche an Umkleideräumen, zweiter Eisfläche usw. zusammenträgt und in ein Konzept packt. Natürlich kann man es auf die Politik schieben und einen langen Atem haben. Mann könnte aber auch selbst aktiv werden. Je nach Wichtigkeit. Unabhängig von Wahlergebnissen.
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Leute, verabschiedet euch von dem Gedanken, dass durch die Stadt in absehbarer Zeit nur irgendetwas sinnvolles umgesetzt wird. Aus meiner Erfahrung im öffentlichen Bauwesen:

1. Politische Entscheidungen: Der Eissport konkurriert im Stadtrat z.B. mit Kitas oder Schulen um begrenzte Mittel. Da die Bauzeit meist die Dauer einer Amtsperiode überschreitet, scheuen viele Politiker das finanzielle Risiko und die langfristige Verantwortung.
2. Bürokratie und Verwaltung: Komplexe Genehmigungen und europaweite Ausschreibungen (ab gewisser Bausumme nötig) führen zu extrem langen Planungsphasen und behördlichen Verzögerungen.
3. Finanzierung und Förderung: Die Abhängigkeit von staatlichen Fördergeldern blockiert den Baustart oft über Jahre.
4. Baukosten: Lange Vorlaufzeiten führen durch Inflation und steigende Materialpreise dazu, dass Kalkulationen schon vor dem ersten Spatenstich veralten. Am Ende ist das Objekt doppelt so teuer.
5. Widerstände und Klagen: Einsprüche von Anwohnern oder Bürgerinitiativen können das gesamte Vorhaben rechtlich stoppen und jahrelang lahmlegen.

Schaut euch nur mal den Prozess für die angebliche Machbarkeitsstudie Dach bzw. Videowürfel an. Da ist bis heute nichts sinnvolles passiert.

Fazit: Wo die Stadt 10 Jahre plant und debattiert, kann ein erfahrener Investor oft innerhalb von 2 bis 3 Jahren ein schlüsselfertiges, zukunftssicheres Betriebskonzept realisieren. 
Und ja, auch eigene Vorstellungen und Wünsche können von Beginn mit eingebracht werden.

Bei der Stadt kann sich der Betreiber nichtmal die Klorollenhalter ohne ein Genehmigungsverfahren aussuchen… überspitz gesagt.
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